Eure Reisestorries

Eine schöne Traktorreise von Johann Liebl im Sommer 2011 mit seinem Fendt und Wohnwagen.

 

 

 

 

 

 

 

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Johann Liebl Tour

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Traktorreisen Bericht John Deere von Siggi Brunkhorst aus Ahlerstedt-Oersdorf

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Ein Traktorreise von Josef Karl aus Freising (Deutschland, Oberbayern) mit seinem Deutz D40, Baujahr 1965, und seinem selbst gebauten Haus auf Rädern zum Großglockner und zurück

14.09.09 Vorbereitungen

Bereits zum 3. Mal  in Folge machte ich mich auf den Weg zum Glockner. Mir ging es heuer genauso wie jedes Jahr. Bereits Wochen vorher verspürte ich einen inneren Drang mich auf den Weg zu machen. Mir steht eine 12-stündige Fahrt verteilt auf zwei Tage bevor. Aber DER BERG RUFT.

Am Montag, bei den Vorbereitungen, verspürte ich eher ein lustloses, unangenehmes Gefühl da kurzfristig mein Traktorfreund Hans wegen Krankheit nicht dabei sein würde. Trotzdem, mein selbst gebautes, abnehmbares Holzhaus, das ich bei Nichtgebrauch in meiner Halle lagere, musste ich zuerst per Flaschenzug auf meinen Humbaur Autoanhänger heben. In meiner Holzkiste die auf der Anhängerdeichsel montiert ist, verstaute ich Abdeckplanen, Unterleghölzer und Werkzeug jeder Art um für alle Fälle gerüstet zu sein. Im Haus selbst habe ich einen Schrank und ein offenes Regal in das warme Winterkleidung, Schuhe, Waschzeug und alles und was ich sonst noch dachte, dass ich es brauchen könne verstaute.
Selbst mein warmes Winterbett hatte ich aus dem Keller geholt und dachte an letztes Jahr, als es sehr regnerisch und vor allem bitterkalt war.

Schließlich tankte ich noch voll, überprüfte Öl, Luft und Licht und befestigte den vorab bestellten Großglockner-Flyer hinten an der Tür und sagte zu mir: Jetzt ruft der Berg.

 

15.09.09
Nach einem ausgiebigen Frühstück mit meiner Frau verabschiedete ich mich von ihr, denn sie musste auf Arbeit. Ich zog mich warm an und machte mich reisefertig. Zu meinem Deutz sagte ich noch: “Mach mir keine Sorgen. Jetzt musst Du die nächsten 7 Tage circa 40 Stunden problemlos laufen.“

Es hatte Nebel. Es war frisch und nasskaltes Wetter. Mich überkam ein komisches Gefühl, als ich los fuhr. Das sich aber schnell auflöste und es kam Vorfreude auf. Wenn ich einmal los gefahren bin, dann sitze ich und es hält mich nichts mehr. Und mein Gedanke war wie wird wohl das Wetter?

Ich fuhr meine altbewährte Strecke über Schwaig, Moosinning, Ottenhofen, Marktschwaben, durch den Ebersberger Forst nach Ebersberg und Grafing bei München. Und weiter nach Schloss Maxlrain. Über Bad Aibling, durch Bad Feilnbach, Richtung Brannenburg/Nußdorf. Bei Erl vorbei Richtung Niederndorf, Walchsee, Kössen und die Bundesstraße 176 nach St. Johann. Und schließlich Fieberbrunn, Hochfilzen, Saalfelden, Zell am See und das Ziel Bruck und Fusch an der Großglocknerstraße. Dann habe ich ca. 240 Kilometer zurück gelegt.

Und wie ich es gewohnt bin, kommt eine Ruhe, eine innere Ruhe auf. Es geht langsam voran mit 23 km/h. Man fährt, hat Zeit zum Nachdenken und vor allem zum Schauen. Man erinnert sich in den vielen verschiedenen Ortschaften an die ungewöhnlichsten Dinge während der Fahrt. Wie zum Beispiel hier war doch vor einem Jahr noch kein Haus. Oder diesen Holzstapel kenn‘ ich doch vom letzten Jahr, diese Straße ist neu geteert oder ein Haus, das bereits bewohnt ist, aber die ganzen Jahre nicht verputzt wurde. Und natürlich erfährt man Aufmerksamkeit, wenn man mit Traktor und Holzhaus unterwegs ist. Meist positiv wird man angelächelt und mit Handgruß gegrüßt. Vor allem, wenn man bereits seit Stunden aus dem eigenen Landkreis hinaus ist.
Mein erstes großes Etappenziel nach 4 Stunden Fahrt ist immer Schloss Maxlrain im Chiemgau. Bis dahin, sage ich immer, das ist Hausstrecke. Danach kommen die Berge. Ich hatte bereits seit einer Stunde Sonnenschein und es wurde warm. Zwischen Bad Feilnbach und Brannenburg kam ich an Obstplantagen vorbei auf denen gerade Apfelernte war und natürlich die Berge neben mir. Bei Brannenburg geht es über die Inntalautobahn und die Überquerung des Inns. Schließlich Richtung österreichische Grenze.
Ich verlasse mein geliebtes Bayern. Der Grenzübergang ist kaum noch zu erkennen, aber ich bin in Österreich. Hier komme ich an Erl vorbei, bekannt durch seine Passionsspiele die seit 400 Jahren aufgeführt werden. Dann die erste Tankstelle in Österreich. Diesel ist billig – ich tanke voll und ich bin wieder verwundert, dass mein Deutz kaum Diesel braucht. Aus Erfahrung weiß ich ca. 2,6 Liter pro Stunde.

Ich bin in den Bergen, bereits auf der Straße Richtung Kössen. Hier lese ich noch die Wegweiser Richtung Ebbs, wo auch jedes Jahr auf dem Gelände einer riesigen Gärtnerei ein bekanntes Traktortreffen stattfindet. Ortsschild Walchsee, die Sonne strahlte, es war warm und ich fuhr mit Hemd und leichter Fleecejacke. Rechts und links weite Alpenwiesen wo fleißig Gras gemäht und daraus Silo gemacht wurde. Mir kam der Gedanke wenn ich am See vorbei fahre, kommt doch der Parkplatz wo ich letztes Jahr eine Pause gemacht hatte. Ich lag gut in der Zeit und hielt an, denn in Kössen kenne ich eine nette Familie die ein Hotel leitet und auf deren Parkplatz ich bisher immer über Nacht bleiben konnte und Abendessen und Frühstück bekam. Also vertrat ich mir ein bisschen die Beine direkt am See wo ein Kiosk war und ich mir ein Eis kaufte. Ich setzte mich auf meine Kiste am Hänger, ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen und ließ es mir gut gehen. Selbst nach siebeneinhalb Stunden Fahrt.
Dann erlebte ich etwas, was ich nicht so schnell vergessen werde. Es kam ein Auto auf den Parkplatz, hielt an, ein Ehepaar stieg aus und kam auf mich zu „Ein fremdes Kennzeichen und
mit Holzhaus unterwegs: Du bist sicher auf dem Weg zum Glockner.“ Wir kamen ins Gespräch und waren uns sofort sympathisch. Sie erzählten, dass sie auch Oldtimerfreunde sind und selbst einige Traktoren zu Hause haben. Sie fragten mich, wie weit ich noch wolle und wo ich übernachten würde. Ich berichtete von meiner Station in Kössen. Daraufhin erzählten sie, dass sie keinen Kilometer von diesem Parkplatz zu Hause seien und luden mich ein, doch bei Ihnen Rast zu machen. Erfreut sagte ich natürlich zu. Sie fuhren voraus, ich hinterher. Sie hatten abseits der Hauptstraße ein schönes Haus auf einer Anhöhe, mit Blick auf das Tal und die Berge im Hintergrund. Bis ich mich versah, saßen wir auf der Sonnenterrasse bei Kaffee und Kuchen und unterhielten uns prächtig.

Plötzlich sagte Sonjas Mann: „Komm‘ mit, ich zeige Dir was.“ Wir gingen ums Haus herum und er öffnete ein Tor zur Lagerhalle. Für einen Traktor-Oldtimerfan wie mich öffnete sich das Tor ins Paradies: 4 verschiedene Eicher, 2 Deutz, 1 seltener Wachalowski, 1 New Holland und alle wie aus dem Ei gepellt, restauriert und hergerichtet vom Feinsten.

Mein Häuschen musste Aufsehen erregt haben. Erst kam ein Nachbar und dann ein weiterer sogar mit dem Schlepper und wir waren eine gemütliche Runde und saßen auf der Terrasse bis die Sonne unter ging. Ich wurde sogar zum Abendessen eingeladen. Bei einer zünftigen Tiroler Brotzeit und einer Halben Bier und selbst gebranntem Nusslikör saßen wir bis Mitternacht in ihrer gemütlichen Stube. Als ich mich auf machen wollte um in meinem Haus zu schlafen, wurde ich eingeladen. „Hol‘ doch Dein Bettzeug, du kannst bei uns im Haus schlafen, wir haben ein Gästezimmer.“
Am nächsten Morgen konnte ich duschen und bekam ein prächtiges Frühstück. Wir tauschten unsere Adressen aus und wollen uns im nächsten Sommer treffen um mit den Traktoren eine kleine Rundfahrt im Kaisergebirge zu machen. Denn sie erzählten mir von abgelegenen Wald- und Bergwegen und den schönsten Plätzen im Kaiserwinkel. Ich verabschiedete mich, drückte Sonja an mein Herz, gab ihr einen Kuss auf die Wange und
bedankte mich für die außergewöhnlich herzliche Gastfreundschaft die einem Fremden gegenüber nicht alltäglich ist.

16.09.09 Ankunft in Fusch

Ich kam erst spät los, gegen 10.00 Uhr. Aber ich wusste, in gut 4 Stunden bin ich am Ziel. Bereits bei der Abfahrt war Sonnenschein. Meine neu gefundenen Freunde verrieten mir noch eine kleine Abkürzung über eine kleine Bergstraße die nur vereinzelt gelegene Bauernhöfe miteinander verbindet. Wunderbar zu fahren! Ringsum Wiesen, Gehöfte und Berge. Und ich mittendrin mit meinem Deutz. Ein Traum.
Ich kam gut voran über St. Johann, bei Hochfilzen verließ ich Tirol und kam ins Salzkammer-gut. Durch das lang gezogene Fieberbrunn stand am Straßenrand eine Gruppe älterer Ausflügler, die aufgeregt nach ihren Fotoapparaten fingerten als sie mich sahen und freundlich grüßten.

Es ging Richtung Saalfelden, im Hintergrund das Steinerne Meer. Das gewaltige Steinmassiv wurde von der Sonne angeleuchtet. Dann kam das große Sägewerk mit dem riesigen Holzlagerplatz an den ich mich erinnerte. Für mich als Schreinermeister natürlich interessant.

Durch Saalfelden hindurch über mehrere Kreisverkehre ging es Richtung Zell am See. Das Ziel nahte. Ich sah den See und ich will es kaum schreiben, aber ich blinzelte eine Träne weg. Die ersten Wegweiser kamen mit „Traktor WM, Ausfahrt Fusch an der Großglocknerstraße“.

Zuerst hielt ich in Bruck auf dem Parkplatz wo die Anmeldung stattfindet. Ich war mutter- seelenallein, der Parkplatz leer. Es war ja auch erst Mittwoch. Wie der Zufall es wollte, kam gerade Georgia, die Organisatorin der Veranstaltung, vorbei. Sie kannte mich tatsächlich noch vom letzten Jahr. Wir unterhielten uns kurz und sprachen über das zu erwartende Wetter in den nächsten Tagen. Es war schließlich die Voraussetzung für das Gelingen des Treffens.

Ich fuhr nach Fusch zu meiner Gastfamilie die einen Bauernhof und einige Pensionszimmer hat. Wie jedes Jahr haben wir Platz auf der Almwiese bekommen um unsere Traktoren und Wohngelegenheiten dort abzustellen. Ich wurde herzlich begrüßt und sofort zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Jetzt hatte ich noch ca. 1 Stunde Arbeit bis mein Häuschen mit der Wasserwaage gerade aufgerichtet, aufgebockt, die Aufstiegsrampe montiert und der Strom angeschlossen war. Ich ging noch gemütlich Abend essen wo ich von einer sehr hübschen Kellnerin bedient wurde. Da wusste ich noch nicht, dass diese bei der WM beim „Traktor Sexy Boxenstop“ mit machte. Ich ging früh schlafen und musste noch lange an Sonjas Gastfreundschaft denken.
17.09.09 Relaxen – Die Ruhe vor dem Sturm

Ich schlief gut und lang. Frühstück bekam ich bei meiner Gastfamilie. Ursprünglich war für diesen Tag eine private Rundfahrt mit meinen Traktorfreunden Hans und Konrad geplant. Hans war nun krank und Konrad wollte seinen Fendt auf den Hänger auflegen und mit seinem Wohnmobil erst abends kommen. Beginn der Veranstaltung war erst 18.00 Uhr. Ich hatte Zeit und dachte mir, ich tu mir etwas Gutes, ich hatte ja schließlich Urlaub.

So fuhr ich nach Zell in die Therme. Die Leute schauten etwas komisch als ich mit meinem Deutz vor der Therme auf dem Parkplatz angetuckert kam. Baden, Schwimmen, Sauna, Massage, das volle Programm. Schließlich musste ich mich beeilen, um rechtzeitig zur Anmeldung zu kommen. Ich war spät dran und „raste“ direkt an den Ort des Geschehens.

Der Parkplatz war inzwischen voll und ich traf viele Freunde und Bekannte. Beim Besichtigen der Traktoren kam ich ins Gespräch mit einem Kufsteiner Bulldogfreund. Sein Name war Martin. Ein gebürtiger Deutscher der der Liebe wegen nach Kufstein ging. Ein sympathischer, lustiger Kerl der sich unserer kleinen Gruppe anschloss, da er der einzige von seinem Verein war, der hier am Glockner dabei war. Wir setzten uns zum Abendessen zusammen mit anderen Freunden und erzählten uns, was über das letzte Jahr so alles geschehen war. Wir blieben lange sitzen.

Zurück in Fusch stellte ich fest, dass auch Konrad inzwischen eingetroffen war. Es war sein erstes Mal mit eigenem Traktor. Wir begrüßten uns kurz und gingen dann schlafen.
Freitag, 18.09.09 Erster Veranstaltungstag
Als ich gegen 8.00 Uhr wach wurde und aus dem Fenster meines Holzhauses sah, wurden die Berggipfel bereits von der Sonne angeleuchtet und ich hörte schon einige Traktoren im Tal. Irgendwie lag ein besonderer Duft in der Luft – Dieselduft. Oder die Vorfreude auf die nächsten Tage. Konrad und ich mussten uns beeilen denn Konrad hatte noch seine Traktor-TÜV-Untersuchung. Also schnell frühstücken und los ging es.

Es waren bereits überall Traktoren zu hören und auf der Hauptstraße fuhren schon die ersten in Richtung Bruck. Im Laufe des Vormittags füllte sich der Sammelplatz mit Traktoren aller Art. Fahrer verschiedener Nationen, Oldtimerinteressierte, Familien mit Kindern, Jung und Alt. Und in den Gesichtern aller eine Art Begeisterung zu sehen die nur ganz schwer zu beschreiben ist. Ein Platz voll mit ca. 750 Bulldogs. Und wenn man so durch die Reihen schlenderte, traf man immer wieder Bekannte aus den letzten Jahren. Man plauderte miteinander, man erzählte und man freute sich. Und das bei schönstem Wetter.

Gegen Mittag hatten wir uns einen Sitzplatz vor der Festhalle gesucht, schließlich hatten wir Hunger und Durst. Georgia hielt ihre Eröffnungsrede und erklärte den Ablauf des Tages. Gegen 13.00 Uhr sollte der traditionelle Traktorenkorso nach Fusch beginnen. Jeder, der aus dem Stellplatz ausfuhr, musste seinen Fahrtbeginn mit dem Läuten einer Kuhglocke eröffnen. Es standen hunderte von Menschen rechts und links die sich nicht satt sehen konnten. Wir machten uns ziemlich spät auf den Weg Richtung Fusch, denn wir hatten ja Zeit. Die ganze Strecke standen Leute die grüßten, winkten, lachten und fotografierten. Manche Zuschauer hatten es sich sogar mit Biertischgarnituren oder Gartenstühlen auf den Gehwegen gemütlich gemacht. Oft fragte ich mich, wie viele Fotos hier wohl gemacht werden. Vermutlich zehntausende.
In Fusch angekommen konnte man die Schlepper auf einem großen Sammelplatz abstellen. Oder, so wie wir, wieder bei unserer Unterkunft. Mitten im Ort stand das Festzelt in dem gegen 19.00 Uhr die Eröffnungsparty begann. Ich und Konrad machten uns frisch, wir wollten schließlich auf dem Eröffnungsball einen guten Eindruck machen.

Übrigens muss ich noch erzählen, dass ich Willem schon getroffen habe. Wer ist Willem? Ich begrüße ihn immer lautstark: „Mein Freund. Mein Freund Willem.“ Und dann fallen wir uns in die Arme. Willem ist ein Traktorfreund aus Holland den ich schon seit Jahren kenne. Wir sehen uns jedes Jahr hier am Glockner. Er ist ein begeisterter Eicher-Fan und er ist der Anlass für diesen Reisebericht. Er hat mich gebeten, dies für seinen Verein zu schreiben.

Wir machten uns zu Fuß auf den Weg, wir hatten ja nur 10 Minuten über die Kuhweide zu gehen. Das Zelt war gut gefüllt und es herrschte eine tolle Stimmung. Wir waren eine gemütliche lustige Runde. Aber wir wussten auch wann Schluss ist, denn morgen (oder war es bereits heute?) war DER Tag, der Renntag. Und der begann früh.

 

Samstag, 19.09.09 Renntag
Konrad und ich hatten uns abgesprochen früh auf zu stehen. Gegen 6.00 Uhr, um gemütlich zu frühstücken und uns vorzubereiten für die Fahrt auf den Berg. Mich weckte das Tuckern einiger Traktoren das im ganzen Tal zu hören war. Ich schaute auf die Uhr. Kurz vor Sieben. Wir hatten VERSCHLAFEN!!! Schnell raus aus den Federn und frühstücken und rauf auf den Schlepper innerhalb von 10 Minuten. Denn um 7.00 Uhr starteten die ersten schon in der Mautstation Fernleiten. Wir konnten problemlos durch starten. Vorbei am großen Sammelplatz wo schon reges Treiben Richtung Mautstelle war, weil jeder der erste am Start sein wollte. Bereits auf dem Weg dorthin hatte Konrads Bulldog in den steilen Passagen zu schnaufen, was er mit kräftig schwarzen Rauchwolken aus dem Auspuff kund tat. Vielleicht war dem Fendt der übereilte Aufbruch nach unserem Verschlafen nicht bekommen. Vor der
Mautstelle ist ein großer Sammelplatz wo schon knapp 100 Schlepper auf die Durchfahrt beim Start warteten.

Es ging rasch vorwärts. Schließlich wurde Schlepper um Schlepper im 10-Sekunden-Takt abgefertigt. Ich sagte vor dem Start noch zu Konrad „Wir bleiben zusammen und fahren gemeinsam.“ Dann war es so weit. Start, das Rennen beginnt. Aufregung, Herzklopfen, Lampenfieber, Geschwindigkeitseinschätzung. Wir mussten schließlich im ersten Teil der Strecke 9,54 km/h fahren. Das Rennfieber hatte mich endgültig gepackt und das Versprechen an Konrad war nur noch Schall und Rauch (im wahrsten Sinn des Wortes). Mein Deutz hatte keine Schwierigkeiten mit der Auffahrt. Konrad blieb schließlich zurück. Sein Fendt rauchte stark.

Die Auffahrt war ein Traum. Vor, hinter und neben mir Traktoren. Ein Überholen zwei- oder sogar dreispurig war keine Seltenheit. Die Strecke war ja gesperrt. Nach einigen Kurven, verließen wir die Baumgrenze und es ging bergauf, Kehre um Kehre. Und alles bei schönstem
Wetter.
Von Weitem schon sah man das Fuscher Törl. Oben standen bereits unzählige von Menschen die begeistert den Fahrern mit ihren Traktoren zujubelten. Dort angekommen wurde jeder Fahrer mit Traktor vorgestellt und seinem Stellplatz zugewiesen. Geschafft. Und wiedermal waren mein Traktor und ich auf dem Fuscher Törl auf 2430 Meter. Und dieses Mal kein Nebel, klare Sicht in alle Richtungen und die Berge angestrahlt von der Sonne. Herrlich. Traumhaft. Ich schaute mich um, traf diesen und jenen und machte Fotos und dachte mir,
eigentlich müsste Konrad auch bald kommen. Ich beobachtete die ankommenden Traktoren, aber Konrad war nicht dabei. Gut, dass es Handys gibt. Er erzählte mir, dass sein Fendt bereits im ersten Drittel schlapp gemacht hatte. Oh ja, der Berg forderte seinen Tribut. Die Dieselleitung war gerissen und er musste seinen Fendt am Straßenrand stehen lassen. Wenigstens konnte er mit einem anderen Traktorfreund als Beifahrer mit auf den Gipfel fahren.


Wir organisierten sofort, dass in Bruck in der Landmaschinenwerkstatt noch ein Monteur auf uns wartete. Konrad fuhr mit mir bergab. Da ich an meinem Deutz für solche Fälle immer eine Abschleppstange dabei habe war es kein Problem seinen Traktor abzuschleppen. Bergab zur Mautstelle und weiter nach Bruck, eine ganz schön lange Strecke. Wir waren gewiss eine Stunde unterwegs. Aber es hatte sich gelohnt. Der Monteur war ein junger Bursche der es schon eilig hatte, da er selbst am Nachmittag noch Heu einfahren musste. Er hatte die Leitung in kurzer Zeit repariert und der Fendt lief wieder. Aber Konrad war seelisch am Ende. Er jammerte den ganzen Nachmittag „Das erste Mal dabei und nicht geschafft.“
Wie gesagt der Berg forderte seinen Tribut.

Zurück im Quartier ließ uns mein Freund Willem bei sich im Zimmer duschen, damit wir wieder fit und frisch wurden für den Ball in Bruck.

Wir hatten beschlossen, den kostenlosen Shuttle zu benutzen und waren gegen 18.00 Uhr in der Festhalle und hatten Glück noch einen der letzten Tische vor der Bühne zu bekommen.
Der Abend begann mit dem offiziellen Teil, mit den Preisverleihungen in den verschiedenen
Kategorien. Danach kam der gemütliche Teil. Die Halle war voll, die Stimmung gut. Doch die Musiker auf der Bühne konnten die Leute an diesem Abend nicht mit reißen und es kam etwas Langeweile auf. Schließlich leerten sich die Plätze rasch. Konrad und ich beschlossen, an die Bar zu gehen. Wir trafen unseren Monteur vom Nachmittag und kamen so ins Gespräch mit einigen Einheimischen und es wurde noch eine feucht fröhliche Nacht bis 4.00 Uhr in der Frühe.
Sonntag, 20.09.09 Abschlussfahrt

Heute haben wir Zeit um lang, ausführlich und gut zu frühstücken. Die Abschlussfahrt nach Kaprun geht erst gegen 9.30 Uhr los. Beim Frühstück werden wir von anderen Teilnehmern angesprochen was mit Konrads Fendt gewesen war. Es hatte sich bereits rum gesprochen, dass er es nicht geschafft hatte.

Von Bruck aus ging es Richtung Kaprun zum Käsemarkt auf kleinen Nebenstraßen, über einige Anhöhen mit herrlichem Blick auf den Zeller See. Hunderte von Traktoren in einem Korso. Gewendet wurde beim Käsemarkt und es ging auf der gleichen Strecke zurück. Wir waren bereits auf dem Rückweg als uns noch viele entgegen kamen. Ein endloses Gehupe. Es wurde gewunken und gegrüßt. Jedem Einzelnen war die Freude ins Gesicht geschrieben.
Abschlusstreffen war beim Maximarkt, einem großen Supermarkt mit dem entsprechenden
Parkplatz. Natürlich war ein Festzelt aufgebaut und wir wurden köstlich versorgt. Letztes Jahr fiel der ganze Korso am Sonntag wegen des schlechten Wetters aus. Aber heuer hatten wir das Wetter dafür und auch Zeit, denn wir würden ja erst am Montag abreisen. Die Veranstaltung löste sich langsam auf und wir gehörten zu den Letzten.

Zurück im Quartier fingen dann bereits die Vorbereitungen für die Heimreise an. Tanken, Öl nachschauen und das Häuschen abfahrbereit machen. Am späten Nachmittag gingen wir noch nach Fusch rein um eine Kleinigkeit zu essen und trafen wiederum einen Traktorfreund der noch bis 22.00 Uhr warten musste. Er war gleich mit Tieflader angereist auf dem er mehrere Schlepper hatte und durfte damit erst nach zehn auf die Autobahn. Er gesellte sich zu uns, bis er schließlich aufbrach.

Ich dachte mir, heute Nacht kann ich bestimmt gut schlafen. Schließlich war der ganze Rummel für dieses Jahr wieder vorbei. Ursprünglich war geplant, dass ich heute bis Schloß Maxlrain fahre. Dort hatte ich beim Maxlrainer Bulldogtreffen im August bereits mit den Wirtsleuten besprochen, dass sie mir einen Stellplatz für eine Nacht geben. Doch mein Plan war bereits anders. Konrad und ich gingen frühstücken und ließen die letzten Tage Revue passieren, aber ich wollte um 8.00 Uhr aufbrechen. Also, alles zusammen räumen, von den Wirtsleuten Kati und Simon verabschieden. Deren Söhne bekamen noch Schokolade als Dankeschön für die gute Bewirtung und den tollen Stellplatz. Letzter Abschied von Konrad der nun auch reisefertig war.

Montag 21.09.09

8.10 Uhr, ich fuhr los. Diesmal rief nicht der Berg sondern die Heimat. Richtung Saalfelden traf ich auf der Strecke andere „Heimfahrer“ mit ihren Schleppern, die allerdings schneller unterwegs waren und mir langsam aber sicher davon fuhren. Meine Gedanken waren bei den Ereignissen der letzten Tage. Aber auch bei meiner Frau und bei den Aufgaben die zu Hause auf mich warten. Ich dachte an meine Arbeit, schließlich muss ich morgen früh um 7.00 Uhr wieder in der Werkstatt sein. Und ich fuhr und fuhr und fuhr.


Mein Deutz lief problemlos. Ich dachte oft, der freut sich auch auf zu Hause und dass er bald wieder trocken in der Halle bei meinen anderen Oldtimern-Schätzen steht. Bis ich mich versah, verging eine Stunde um die andere. Das Wetter war wie in den vergangenen Tagen herrlich. Und ich war bereits in St. Johann/Tirol. Danach hatte ich eine kleine Umleitung zu fahren wegen einer Straßensperre. Kein Problem bis auf ein kurzes ca. 3km langes, sehr steiles Stück. Ein kleiner Pass, den mein Deutz zwar einen Gang langsamer aber mit Vollgas meisterte. Ich war wieder auf meiner Strecke, kam schon Richtung Kössen. Ich dachte an meine neu gewonnenen Bulldogfreunde die hier auf der rechten Seite ihr schönes Landhaus haben. Am Walchsee vorbei, wieder auf der rechten Seite, ein schönes Straßencafe in dem mein vorbei tuckern manchen Gästen ein Lächeln auf’s Gesicht zauberte.
Unterwegs holte ich mir nur kurz eine Wurstsemmel aus dem Häuschen, auch eine Pinkelpause war mal nötig. Und bis ich mich versah, kam die Grenze. Freistaat Bayern – ich bin wieder in meinem geliebten Bayern. Nachdem ich Bad Aibling und Bad Feilnbach hinter mir ließ, war ich schon kurz nach 14.00 Uhr beim Schloß Maxlrain und hielt nicht an. Ich startete durch, schließlich wusste ich, noch 4 Stunden, dann bin ich zu Hause. Aber es zog sich. Ich saß schließlich schon 8 Stunden auf meinem Deutz. Aber es dauerte nicht lange, dann sah ich schon die Flugzeuge in der Einflugschneise des Münchner Flughafens. Spätestens jetzt wusste ich, nicht mehr lange, dann bist du zu Hause. Und so war es auch. Genau um 18.20 fuhr ich bei mir in den Hof. Zehn Stunden und zehn Minuten von Fusch an der Großglocknerstraße zu mir nach Freising. Mein Deutz lief nonstop und problemlos wie ein Schweizer Uhrwerk.

Meine Frau war gerade im Garten und sah mich kommen. Ich stellte meinen Deutz ab und freute mich, wieder zu Hause zu sein. Ist doch schön. Noch bevor ich abstieg, sagte ich zu mir, der Glockner ist für dieses Jahr wieder geschafft, aber in 2 Wochen geht’s wieder auf. Und zwar nach Maurach am Achensee. Nun kam mir meine Frau entgegen. Sie sagte „Du bist ja schon da, Du bist gut gefahren.“ Ich stieg ab, umarmte sie und gab ihr einen Kuss.

Dies war also mein Reisebericht „Zum Glockner und zurück”. Ich hoffe, dass ich Euch etwas von den Ereignissen und Freuden an so einer Reise übermitteln konnte, doch ein echter Bulldogfreund muß es selbst erlebt haben.

Ich verabschiede mich mit einem herzlichen Bulldoggruss an alle und wünsche Euch allzeit
Gute Fahrt. Euer Josef Karl aus Freising

Unterwegs mit Traktoren, umgebauten Zirkuswagen und viel Zeit: Die Schweizer Walter und Lilly Eichenberger, Hedi und Ernst Thalmann und Jörg Schweizer.


Die Strecke von Kreuzlingen in der Schweiz nach Gutach im Kinzigtal kann man mit einem Auto in rund zwei Stunden schaffen. Man kann aber auch drei Tage dafür benötigen. So wie fünf Freunde aus der Schweiz, die am Dienstagabend auf ihrer Reise nach Gutach im Kinzigtal in St. Georgen Rast machten. Allerdings reiste die Truppe nicht im Auto, sondern mit Traktoren und umgebauten Zirkuswagen durch die Lande.
„Wir machen es gemütlich und man sieht viel mehr“, erklärt Ernst Thalmann mit eidgenössischer Gelassenheit. Bei einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern bleibt genügend Zeit, sich die Schönheit der Baar und des Schwarzwaldes anzuschauen. Am Sonntag brach die Gruppe in Tägerwilen, direkt an der Grenze zu Konstanz, auf. Am Dienstagabend hatten sie St. Georgen erreicht.
Auf dem Wohnmobilstellplatz beim Klosterweiher bauten sie ihr „Camp“ auf. Unterwegs ist die kleine Grupppe mit drei Traktoren und zwei Wohnanhängern. „Wir sind Mitglieder des Clubs Freunde alter Landmaschinen“, verrät Jörg Schweizer. Mit ihm unterwegs sind neben Ernst Thalmann und dessen Frau Hedi auch Walter und Lilly Eichenberger. „Wir gehen ein bis zwei Mal im Jahr auf Tour“, sagt Schweizer. Den Schwarzwald bereiste die Gruppe allerdings zum ersten Mal. Das Ziel der aktuellen Reise sind die Vogtsbauernhöfe in Gutach. Eine Reiseroute ausgearbeitet haben sie allerdings nicht.
Wir planen viel nach Zufall“, lacht die Gruppe, während Lilly Eichenberger im Ofen des großen Wohnanhängers ein Feuer entfacht. Kurz darauf lässt die gemütliche Wärme die Reisenden die eisige Kälte schnell vergessen, der sie tagsüber auf dem Traktor ausgesetzt waren. „Wir sind heute aus Bad Dürrheim hergekommen“, sagt Walter Eichenberger. Obwohl die fünf Schweizer erst kurz davor angekommen sind, haben sie bereits den St. Georgener Stadtkern besichtigt. „Da gehen wir heute Abend noch Pizza essen“, freuen sie sich auf ein warmes Abendessen in einer warmen Gaststube.
Wenn das Reisequintett auf Tour ist, zieht es nicht nur wegen der Traktoren die Blicke auf sich, sondern vor allem wegen der auffälligen Reisemobile. „Das sind umgebaute Zirkuswagen, die früher dem Zirkus Stein in der Schweiz gehörten“, sagen die Reisenden nicht ohne Stolz. Allerdings wurde die Innenausstattung nach eigenem Geschmack umgebaut und erinnert heute an einen modernen Campingwagen mit großer Sitzecke, voll ausgestatteter Küche und Schlafgelegenheit.
Bereits am nächsten Morgen machte sich der kleine Konvoi wieder auf den Weg, um gegen Nachmittag das Ziel, die Vogtsbauernhöfe in Gutach. zu erreichen. „Dann fahren wir wieder heim.“ Dass die Reise von St. Georgen ins Kinzigtal praktisch nur noch bergab geht, freute die Gruppe übrigens nur mäßig. „Das rächt sich dann doch auf der Rückfahrt, dann geht es alles bergauf“, dachten Jörg Schweizer und seine Reisebegleiter daran, dass die Reisegeschwindigkeit nach Hause wohl deutlich absinken wird.

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